Thomas Lenzinger: ein völlig ahnungsloser Vorstand?

Thomas Lenzinger sieht sich beim Griffner-Haus als Opfer

Thomas Lenzinger sieht sich als Opfer

Vor ein paar Tagen hat die Zeitschrift FORMAT einen Bericht über die Situation beim Griffner Haus gebracht. Günter Kerbler war mit der bereits in Warteposition vorab errichteten Nachfolgegesellschaft nicht zum Zug gekommen und muss sein Investment vorläufig abschreiben. Das hat er dann auch gleich recht deftig kommentiert. Es wäre sein erstes völlig in die Hosen gegangenes Engagement als Großinvestor nach dem Verkauf seiner Immobiliengruppe Conwert gewesen. „Die Sache hat mich an die 4,5 Millionen Euro gekostet“, sagt er. „Ich bin unheimlich angefressen. Die können mich alle am A…. lecken.“ Nun, vielleicht spürt er nun, wie es den Aktionären unter seiner Führung bei conwert und anderen Investment ergangen ist.

Wie auch immer, jetzt gilt es wie üblich in solchen Situationen, die Schuldigen zu suchen und für die Schuldigen gilt – abducken, wegweisen und weglaufen.  Kerbler sieht sich jedenfalls als Opfer. Er wäre Anfang Herbst 2011 – überzeugt von Ex-Griffner-Vorstand Thomas Lenzinger  – bei Griffner (damals 250 Mitarbeiter, etwa 70 Millionen Umsatz) eingestiegen. In Summe mit 3,7 Millionen Euro und einem Barkredit von Euro 600.000 Euro an Thomas Lenzinger selbst.

Markus Schreyögg und Thomas Lenzinger

Markus Schreyögg (li) und Thomas Lenzinger (re)

„Im Frühjahr 2012“, erinnert sich Kerbler, „hab ich ihn das erste Mal gefragt, ob er den Magister bloß als Vornamen hat. So ahnungslos war der.“  Thomas Lenzinger verteidigt sich, sieht sich ebenfalls als Opfer und meint: „Ich wurde selber belogen, betrogen und um viel Geld gebracht.“ Ob die Strategie „ahnungsloses Opfer“ für einen Vorstand und Hauptaktionär eine sinnvolle Strategie ist, das wage ich zu bezweifeln.

Der Schuldige hingegen ist auch schon ausgemacht – der zweite Vorstand Markus Schreyögg. „Lenzinger hat den Betrieb dem zweiten Vorstand Markus Schreyögg völlig überlassen. Beide haben im Schnitt jeden Monat eine Million versenkt“, rechnet Kerbler. „Griffner ist zur Hälfte sicher wegen Blödheit pleitegegangen. Der Rest ist Unregelmäßigkeiten geschuldet. Ich glaube aber nicht, dass Lenzinger etwas genommen hat. Der ist aufrecht in seinen finanziellen Tod gegangen.“

Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt prüft die Causa auf Betrugs- und Untreueverdacht. „Sollte der Schaden fünf Millionen übersteigen“, so Sprecher Helmut Jamnig, „geben wir das an die Wirtschafts- und Korruptions-Staatsanwaltschaft weiter.“

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