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Eisvogelgasse, die Zauberkiste – Wie REALTO über Dr. Harald Schmidt „verschwand“

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Die REALTO Immobilien von Lukas Koch-Hochmuth und Peter Kilian und Thomas Wagenhofer wird von Harald Schmitd als NIOBE Immoblien entsorgt

Es gibt Magie-Shows – und es gibt die Eisvogelgasse 6/30. Dort, so zeigt unsere Auswertung amtlicher Verzeichnisse, „verschwinden“ seit Jahren angeschlagene Immobilienfirmen: umbenannt, der Sitz verlegt, Geschäftsführer ausgetauscht, später häufig Konkurs. Laut aktueller BMI-Scheinfirmenliste (Abruf 16.01.2026) sind neun Firmen an dieser Adresse vermerkt. Regisseur im Hintergrund: der ehemalige Rechtsanwalt Dr. Harald Schmidt – 2011 wegen einschlägiger Online-Postings (u. a. Holocaust-/Kriegsschuldlüge) verurteilt – der sich als professioneller „Firmenentsorger“ einen Namen gemacht hat. Die Unschuldsvermutung gilt.

Fall REALTO → NIOBE: die jüngste Nummer im Programm

Die REALTO Immobilien GmbH wurde 2025 in NIOBE Immobilien GmbH umbenannt; neuer Sitz: Schönbrunner Straße 133/4. Auch diese Adresse taucht in der BMI-Liste mit mehreren Scheinfirmen auf. Die Verbindung führt weiter zu Dr. Friedrich Meisel, ebenfalls Ex-Anwalt und in einschlägigen Firmenabwicklungen aktiv; er agierte zuletzt mehrfach im Umfeld des derzeit wegen betrügerischer Krida vor Gericht stehenden Lukas Neugebauer (LNR). Neugebauer-Firmen wurden nachweislich über die Eisvogelgasse „abgewickelt“, etwa die NL Venture Capital GmbHwir berichteten.

Berichte über Lukas Neugebauer hier lesen.

Das REAL-TOK-Erbe

Unter Geschäftsführer Lukas Koch-Hochmuth trat REALTO als „Asset-Backed“-Brückenbauer zwischen Krypto und Immobilien auf (REAL-TOK). Versprochen wurden tokenisierte Werte, geliefert wurden enttäuschte Anleger – das Projekt kollabierte, Geld ist (vorerst) weg, der juristische Schweif lang.

Im Hintergrund der REALTO waren die beiden stadtbekannten Immobilien-Spekulanten Thomas Wagenhofer und Peter Kilian tätig, die das REALTO-Geflecht maßgeblich prägten (siehe unsere Dossiers/Archiv). Wagenhofer war bekannt dafür, dass er die REAL-TOK in den Wirtshäusern der Wiener Innenstadt verkauft hat. Tatsächlich haben einige Leute über das REAL-TOK-Projekt wirklich viel Geld verloren. Es wurden auch entsprechende Anzeigen erstattet. Es war tatsächlich ein bemerkenswerter Fall von Cybercrime.

Muster statt Einzelstück

  • Schritt 1: Umfirmierung & Sitzverlegung in bekannte „Auffangadressen“.
  • Schritt 2: Geschäftsführerwechsel (Schmidt/Meisel oder Umfeld), operative Entleerung.
  • Schritt 3: Insolvenz – Gläubiger bleiben auf Ansprüchen sitzen, Assets sind „weitergezogen“.
    Rechtlich ist Umfirmieren nicht verboten; strafrechtlich relevant wird es, wenn Gläubiger gezielt benachteiligt werden (etwa § 156 StGB betrügerische Krida, § 153 Untreue, § 146 Betrug). Genau auf diese Schnittstelle zielen aktuell die Behörden im LNR-Komplex ab.

Netzwerk-Knoten & offene Fragen

  • Welche Vermögenswerte/Verträge der REALTO wurden vor/mit der Umbenennung übertragen?
  • Wie ist die tatsächliche Eigentümer-/Kontrollstruktur der NIOBE Immobilien GmbH?
  • Welche Rolle spielten die bekannten Notariate/Treuhänder in den Transferketten?
  • Wurden Anfechtungen durch Masseverwalter/Gläubiger bereits erhoben – mit welchem Ergebnis?

Warum das öffentliche Interesse überwiegt

Wir sprechen über ein wiederkehrendes Wiener Muster – identische Adressen, identische Akteure, identische Folgen. Parallel laufen Großverfahren (Benko/Signa, Neugebauer/LNR, Hallmann), in denen es zentral um Vermögensverschiebung und Kredit-/Anlegerbetrug geht. Die REALTO-Nummer reiht sich sauber in dieses Tableau.

Wir arbeiten die Akten weiter auf und veröffentlichen Schritt für Schritt die belegbaren Transferpfade. Hinweise, Belege oder Erfahrungsberichte (auch vertraulich) bitte an office@wienerzocker.com oder per Kommentar.
Dank an unsere Whistleblower – ohne euch wäre diese „Magie“ weiter im Dunkeln geblieben.

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